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Die Bedeutung des Neumondtages

Und die Unterscheidung zwischen Ruhe-Sabbat und Fest-Sabbat

Mit der Einführung einer fortlaufenden, ununterbrochenen Sieben-Zählung im Kalender ging der Neumondtag als ursprünglicher Versammlungstag weitgehend verloren. An seine Stelle trat zunehmend der Sabbat der Ruhe, der im Laufe der Zeit zum allgemeinen Versammlungstag umgestaltet wurde.

Wenn du beginnst, den Sabbat als Tag der Ruhe zu respektieren und zugleich den Neumondtag sowie die Festzeiten als Versammlungstage zu heiligen, wird dir die Tiefe dieses Unterschieds deutlich bewusst werden. Die Schrift selbst zeigt klare Unterscheidungsmerkmale zwischen Ruhe-Sabbat und Fest-Sabbat.

Dabei ist Vorsicht geboten: Bibelverse können aus ihrem Zusammenhang gerissen und so auch gegenteilig ausgelegt werden. Bleibe ruhig, nimm dir Zeit, vergleiche verschiedene Schriftstellen und Argumentationen – und prüfe sie auch in der Praxis.

Der Ruhe-Sabbat – ein Tag der stillen Anbetung

„Am Sabbattag sollt ihr in allen euren Wohnstätten kein Feuer anzünden.“ (2. Mose 35,3)

Es wäre wohl besser, am Sabbat der Ruhe gar kein Feuer anzuzünden, um nicht in Versuchung zu geraten, einen Opfer- oder Versammlungsdienst auf diesen Tag zu legen. Gott geht es dabei nicht darum, dass du dein vorbereitetes Essen nicht aufwärmen oder dich nicht wärmen dürftest. Die Gefahr liegt vielmehr darin, dass wir diesen Tag überfrachten und dabei vergessen, dass er für die stille, persönliche Anbetung bestimmt ist – und nicht von Gemeinschaft oder Kirche beansprucht werden soll.

Wenn du beginnst, dein Essen am Rüsttag vorzubereiten und dir angewöhnst, am Sabbat möglichst zur Ruhe zu kommen, wirst du den Unterschied deutlich wahrnehmen.

Gott hat schon oft das Essen genutzt, um uns sein Wort zu erklären.

„Morgen ist ein Ruhetag, der heilige Sabbat für den HERRN. Deshalb kocht und backt heute …“ (2. Mose 16,23)

Schon zur Zeit Moses musste das Volk Israel nach dem Auszug aus Ägypten neu lernen, im Sabbatrhythmus zu leben. Am Ruhe-Sabbat durften sie weder Holz sammeln noch Speisen zubereiten. Daraus wird deutlich:

Der Opferdienst, das Schlachten von Tieren oder das Lärmblasen der Trompeten zur Versammlung passen nicht auf den Ruhe-Sabbat.

Der Fest-Sabbat und der Neumondtag – Tage der Gemeinschaft

Am Neumondtag und an den Festtagen hingegen kommen wir zusammen. Wir kochen gemeinsam, machen Feuer, singen, tanzen und loben Gott in der Gemeinschaft. Wir lesen und teilen das Wort, sind großzügig und teilen unsere Gaben.

„Ihre Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen meine heiligen Dinge; sie machen keinen Unterschied zwischen Heiligem und Unheiligem und lehren nicht, was der Unterschied ist zwischen Unreinem und Reinem. Vor meinen Sabbaten schließen sie ihre Augen, sodass ich unter ihnen entheiligt werde.“(Hesekiel 22,26)

Gottes Vorbild: Ruhe und Zeitordnung

Gott selbst ruhte am siebten Tag von all seinen Werken:

„Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk … und ruhte.“ (1. Mose 2,2–3)

Auch Jesus ruhte am Sabbat. Seine Zeichen, Wunder und öffentlichen Lehren geschahen jedoch im Zusammenhang mit Festversammlungen.

„Es war aber ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem.“ (Johannes 5,1)

„Aber mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte.“ (Johannes 7,14)

Auch das Predigen der Apostel in den Synagogen geschah nicht am Ruhe-Sabbat, sondern an Fest-Sabbaten und Neumondtagen, an denen Versammlungen stattfanden.

„An jedem Neumond und an jedem Sabbat wird alles Fleisch kommen, um vor mir anzubeten.“ (Jesaja 66,23)

Verschiedene Formen der Anbetung

Es gibt verschiedene Formen der Anbetung.

Das vierte Gebot ist das persönliche Liebeszeichen zwischen Gott und dir. An diesem Tag sind wir eingeladen, uns bewusst und persönlich auf ihn auszurichten. Die Festversammlungen hingegen haben eine andere Qualität: Sie sind Ausdruck gemeinschaftlicher Anbetung und wirken tröstend und stärkend. Auch sie sind von Gott eingesetzte heilige Zeiten – die Neumondtage, die vier Festwochen und der Versöhnungstag, der zugleich der Geburtstag Yahushuas ist. Das Wort Sabbat bedeutet „besonders“, „abgesondert“ und „geheiligt“. Deshalb wird es sowohl für den wöchentlichen Ruhe-Sabbat als auch für die Fest-Sabbate verwendet. Diese Unterschiede nicht nur zu kennen, sondern zu leben, ist entscheidend.

Ganzheitliche Anbetung und Herzensbeschneidung

Gott wünscht sich eine ganzheitliche Anbetung. Er möchte, dass wir seine Feste feiern und uns bemühen, alle seine Gebote zu halten – besonders das vierte Gebot als Zeichen unserer freiwilligen Liebesbeziehung zu ihm.

Das ist die Beschneidung des Herzens: unsichtbar, innerlich, verborgen – hinter dem innersten Vorhang im Allerheiligsten.

Der Tempel – Zeit statt Ort

Das Halten des wahren Sabbats ist das Hineingehen.

Feiern wir seine Feste zwar, aber nicht zu den von ihm bestimmten Zeiten, ist es, als würden wir den Vorhof des Tempels zertreten.

Der wahre Tempeldienst ist weniger an einen Ort als an den Zeitpunkt gebunden. Das Heiligen seiner Festzeiten entspricht dem Eintritt in das Heiligtum – dorthin, wo die Schaubrote und der siebenarmige Leuchter stehen. 

Der Räucheraltar und die Bundeslade im Allerheiligsten symbolisieren die wahre Liebe und unsere Gebete, die bis vor Gott kommen – dorthin, wo auch wir hinwollen.

Unser Leben als Zeugnis

Die Feste, ihre Feier und die Art, wie wir unseren Alltag gestalten, sind das äußere Zeichen unserer Nachfolge. Gott möchte, dass unser Inneres und unser Äußeres seine Wahrheit widerspiegeln. Diese Zusammenhänge hat Gott bis heute in seinem Wort bewahrt. Doch es braucht Liebe zur Wahrheit und die Bereitschaft, zu suchen, zu prüfen und die Schrift im Licht Yahushuas zu betrachten, der unser Schöpfer und Erlöser ist.

„Prüft alles, das Gute behaltet.“ (1. Thessalonicher 5,21)

„Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit.“ (Hebräer 13,8)

Denn ich, der HERR, verändere mich nicht; deshalb seid ihr, die Nachkommen Jakobs, nicht zugrunde gegangen.“ (Maleachi 3,6)

Der Neumondtag – ausgewählte Bibelverse

4. Mose 10,10 Und an euren Freudentagen und an euren Festen und an euren Neumonden sollt ihr in die Trompeten blasen bei euren Brandopfern und bei euren Heilsopfern; und sie sollen euch bei eurem Gott in Erinnerung bringen. Ich bin der HERR, euer Gott.

Psalm 81,4 Stoßt am Neumond in das Horn und am Vollmond zum Tag unseres Festes!

1. Mose 1,14–19 Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht; und sie sollen dienen als Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten (Festzeiten, Moadim) und Tagen und Jahren; und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten. Und es geschah so. Und Gott machte die zwei großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht, dazu die Sterne.

Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels, dass sie auf die Erde leuchteten und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. 

Und es wurde Abend und Morgen: der vierte Tag.

Psalm 89,38 Wie der Mond wird er ewig fest stehen; der Zeuge in den Wolken ist treu.

Jesaja 66,23 Und es wird geschehen: Neumond für Neumond und Sabbat für Sabbat wird alles Fleisch kommen, um vor mir anzubeten, spricht der HERR.

Klagelieder 2,6 Er hat seine Hütte zerbrochen wie einen Garten, hat zerstört den Ort seiner Festversammlung. Der HERR hat in Zion Festversammlung und Sabbat in Vergessenheit geraten lassen und im Grimm seines Zorns König und Priester verworfen.

Nehemia 8,1 Da versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor dem Wassertor; und sie sagten zu Esra, dem Schriftgelehrten, er solle das Buch des Gesetzes Mose holen, das der HERR Israel geboten hatte. Und zwar am ersten Tag des siebten Monats.

Nehemia 8,10 Und er sprach zu ihnen: Geht hin, esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet Anteile dem, für den nichts bereitet ist; denn dieser Tag ist unserem Herrn heilig. 

Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.

1. Samuel 20,18 Und Jonatan sprach zu ihm: Morgen ist Neumond; da wird man dich vermissen, wenn dein Platz leer bleibt.

Judit 6,8 Und sie fastete alle Tage ihrer Witwenschaft außer am Tag vor dem Sabbat und am Sabbat selbst, am Tag vor dem Neumond und am Neumond selbst sowie an den Festen und Freudentagen des Hauses Israel.

Jesus Sirach 43,6–8 Der Mond geht auf zu seiner bestimmten Zeit und zeigt die Zeiten an;  ein Zeichen ist er für immer. Nach dem Mond werden die Feste berechnet; er ist ein Licht, das abnimmt und wieder zunimmt. Der Neumond ist, wie sein Name sagt: Er erneuert sich selbst. Wie staunenswert ist er in seinem Wechsel! Er dient zur Bestimmung von Fristen und Festzeiten.

2. Könige 4,23 Er sprach: Warum willst du heute zu ihm gehen? Es ist doch weder Neumond noch (Fest) Sabbat. Sie aber sprach: Es ist gut.

Hesekiel 46,1 So spricht Gott, der HERR: Das Tor des inneren Vorhofs, das nach Osten sieht, soll an den sechs  Werktagen geschlossen sein; aber am (Fest)Sabbattag und am Neumondtag soll es geöffnet werden.

4. Mose 29,1 Am ersten Tag des siebten Monats sollt ihr eine heilige Versammlung halten; ihr sollt keine Dienstarbeit tun. Es ist für euch ein Tag des Posaunenblasens.

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