Hoi you🌿 🌙
zum Frühlingsfest habe ich nachträglich noch einen Text fertiggestellt, den ich gern mit euch teilen möchte.
Jedes Jahr tauchen wir gemeinsam in die Ereignisse der biblischen Geschichte ein – manche von euch waren beim letzten Fest dabei und erinnern sich sicher noch an unsere Gespräche.
Für alle anderen ist es einfach eine Einladung zum Mitlesen und Mitfühlen.
Ich habe versucht, die Gedanken und Zusammenhänge, über die wir gesprochen haben, in eine zusammenhängende Form zu bringen – zwischen Bodensee, Mond, Zeit und der Geschichte des Auszugs aus Ägypten.
Ich freue mich, wenn ihr euch ein bisschen Zeit nehmt, ihn auf euch wirken zu lassen.
Liebe Grüsse
Tonja
🌙 Vom Bodensee bis Nuweiba – eine Nacht vor 3.247 Jahren
Heute ist der 21. Tag im 1. Monat des Jahres 6759 seit der Schöpfung von Himmel und Erde.
Im gregorianischen Kalender entspricht das dem 9. April 2026.
Wir stehen am Bodenseeufer in Scherzingen und blicken hinüber Richtung Birnau und Überlingen am deutschen Ufer. Die Entfernung über den See beträgt zur Birnau ungefähr 12 Kilometer, bis Überlingen etwa 15 Kilometer Luftlinie. An klaren Tagen kann man die gegenüberliegende Seite erstaunlich deutlich erkennen.
Ich stehe hier am Bodenseeufer und kann diese Distanz mit den eigenen Augen so direkt erfassen – und genau das fasziniert mich. Ist es ungefähr so weit wie …?
Und genau hier beginnt eigentlich die Frage dieses ganzen Textes: Wie real könnten die Entfernungen und Zeitabläufe jener Nacht am Roten Meer gewesen sein, wenn man sie mit heutigen, messbaren Distanzen vergleicht?
Denn diese Strecke entspricht erstaunlich gut der Entfernung, die beim Durchzug durch das Rote Meer bei Nuweiba im Raum steht.
Würde man eine Strecke von etwa 15 Kilometern zu Fuß zurücklegen, bräuchte man ungefähr 3 Stunden.
Die Rechnung ist einfach nachvollziehbar:
- durchschnittliche Gehgeschwindigkeit: ca. 5 km/h
- Strecke: ca. 15 km
15 ÷ 5 = 3 Stunden
Von Nuweiba bis zur gegenüberliegenden Küste Saudi-Arabiens beträgt die Entfernung über das Rote Meer etwa 15 Kilometer Luftlinie.
Die Größenordnung ist also vergleichbar.
Doch damals war es keine Wanderung am Tag.
Es war Nacht.
Hinter ihnen stand das ägyptische Heer.
Vor ihnen lag das Meer.
🚶♂️ Die Bewegung der Gruppe
Das Volk Israel bewegte sich dabei nicht als kleine Einheit, sondern als große, zusammenhängende Menschenmenge.
Selbst bei einer konservativen Annahme von 6.000 Menschen ergibt sich bereits ein sehr langer Zug.
Wenn man diese Menschen in Viererreihen anordnet und zwischen den Reihen etwa einen Meter Abstand lässt, entsteht eine Zuglänge von ungefähr 1,5 Kilometern.
Bei einer Bewegungsgeschwindigkeit von etwa 5 km/h entspricht diese Zuglänge zusätzlich ungefähr 18 Minuten Unterschied zwischen der Spitze und dem Ende der Gruppe.
Dabei muss man sich die Bewegung nicht als schnellen Marsch vorstellen, aber auch nicht als zögerliches Vorankommen. Viel eher als einen gleichmäßigen Nachtzug, getragen von Entschlossenheit und äußerem Druck.
Eine große gemischte Menschenmenge – mit Kindern, älteren Menschen, Gepäck und Tieren – bewegt sich unter solchen Bedingungen wahrscheinlich mit etwa 5 km/h. Möglicherweise auch etwas langsamer. Nicht weil sie nicht schneller wollen, sondern weil Struktur, Gelände und Dunkelheit die Geschwindigkeit bestimmen.
So entsteht ein kontinuierlicher Strom von Menschen, der sich durch die Nacht bewegt.
Insgesamt benötigte die gesamte Gruppe also ungefähr drei bis vier Stunden, bis auch die letzten Menschen das andere Ufer vollständig erreicht hatten.
🌕 Der Mond dieser Nacht
Das Passah wurde am 15. Tag des ersten Monats gefeiert – zur Zeit des Vollmonds.
Bei Vollmond gilt eine klare Ordnung:
Der Mond geht bei Sonnenuntergang auf, steht um Mitternacht hoch am Himmel und geht bei Sonnenaufgang wieder unter. Die Nacht ist vollständig beleuchtet.
Doch einige Tage nach dem Vollmond verändert sich sein Gesicht. Der Mondaufgang verschiebt sich jeden Tag weiter nach hinten, bis er schließlich nicht mehr am Abend erscheint, sondern erst kurz nach Mitternacht über dem östlichen Horizont aufgeht.
Genau in dieser Phase befinden wir uns jetzt wenige Tage nach dem Pessach.
Der Mond war also nicht mehr ein durchgehend sichtbarer Begleiter der Nacht wie am Fest selbst, sondern erschien erst spät in der Nacht im Osten – genau in der Richtung, in die Israel zog.
Damit ergibt sich ein bemerkenswerter Zusammenhang:
Die Fluchtrichtung lag im Osten, und genau dort erschien in dieser Nacht der aufsteigende Mond. 🌓
🌪️ Die Nacht selbst
In der Bibel wird beschrieben, dass ein starker Ostwind die ganze Nacht über das Meer blies und das Wasser zurückwich. Gleichzeitig stellte sich die Feuersäule zwischen Israel und das ägyptische Heer.
Die ganze Nacht blieb diese Spannung bestehen.
Spätestens kurz nach Mitternacht musste sich der Menschenzug in Bewegung gesetzt haben, damit ihnen die Zeit ausreichte, noch vor Tagesanbruch vollständig auf der anderen Seite anzukommen.
In genau dieser Phase stieg der Mond im Osten langsam über den Horizont auf und machte den Weg zusätzlich sichtbar.
🌅 Der Morgen
In der Bibel heißt es, dass das Meer bei Tagesanbruch in seine ursprüngliche Kraft zurückkehrte.
Das passt zeitlich erstaunlich gut zu dem berechneten Fenster:
Heute liegt der Tagesanbruch im Thurgau etwa bei 06:45 Uhr.
Der Mondaufgang dieser Nacht lag bei ungefähr 03:03 Uhr. Achtung Sommerzeit!
Zwischen diesen beiden Punkten liegen rund vier Stunden – genau das Zeitfenster, das auch für die Durchquerung einer großen Menschenmenge notwendig ist.
Bei Tagesanbruch schlossen sich die Wasser wieder.
Das ägyptische Heer war verschwunden.
Israel war frei.
🔥 Der Moment der Befreiung
Die Israeliten feierten diesen Tag als Befreiungstag.
Sie entzündeten Feuer, brachten Dankopfer dar, aßen Fladenbrot und feierten am Ufer des Meeres.
Der 21. Tag des ersten Monats markiert damit nicht nur einen Aufbruch, sondern den Abschluss der endgültigen Befreiung aus Ägypten.
⏳ Die große zeitliche Einordnung
Im Schöpferkalender schreiben wir heute das Jahr 6759.
Vor sieben Jahren, im Jahr 2019, begann das 136. Jubeljahr.
64 Jubiläen à 50 Jahre ergeben 3.200 Jahre.
Dazu kommen 40 Jahre Wüstenwanderung und 7 Jahre bis 2019.
Damit ergeben sich insgesamt:
3.247 Jahre seit dem Bund Gottes mit Mose am Horeb
Zu Beginn des 72. Jubiläums überquerte Josua später den Jordan. Wieder teilte sich Wasser vor Israel. Wieder stand das Volk an einer Grenze zwischen alter und neuer Zeit.
Wenn man diese Jubiläumsstruktur weiterdenkt, entsteht ein größeres Zeitbild: 144 Jubiläen wird als ein Äon verstanden.
Daraus ergibt sich die Vorstellung, dass das Heimkehren ins Land Kanaan nicht zufällig irgendwo in der Zeit liegt, sondern in der Mitte dieser großen Zeitspanne – als eine Art zentraler Wendepunkt innerhalb eines viel größeren Rahmens der Geschichte.
🌌 Schlussgedanke
Die Bibel erzählt ihre Geschichte nicht losgelöst vom Himmel.
Mondphasen, Festzeiten, Jahreszeiten, Bewegungen und Zeitzyklen bilden ein wiederkehrendes Muster.
Und wenn man heute am Bodensee steht und über die rund 15 Kilometer breite Wasserfläche Richtung Überlingen blickt, wird diese Geschichte plötzlich greifbar.
Ich spüre dabei eine große Bewunderung und Dankbarkeit.
Denn vieles, was oft weit entfernt und beinahe unwirklich erscheint, bekommt auf einmal eine reale Dimension – sichtbar am Himmel, spürbar in der Landschaft und messbar in Zeit und Entfernung.





