Kategorien
Anny Letters Auf Startseite

Wenn ein Kind nach Gott fragt

Mama, ich finde es schwierig zu glauben, dass es ein ewiges Leben gibt. Meinst du wirklich, dass es das gibt?

Ja, mein Kleiner, du machst dir Gedanken über großartige Dinge. Ich möchte dir das gerne erklären.

Weißt du, Gott hat das bewusst vor unserer Vernunft verborgen, damit wir ihm nicht nur nachfolgen, weil wir dafür einen super Preis erhalten. Er möchte sich Menschen finden, die ihn wirklich suchen und die eine Beziehung zu ihm wünschen.

Das spürst du in deinem Herzen. Es ist so ein Gefühl, dass da etwas ist, das dir fehlt. Das ist seine Stimme. Er ruft nach dir und möchte dich gerne dabeihaben – auf der neuen Erde – und dir wirklich ewiges Leben in Frieden schenken.

Aber warum macht Gott das alles so?

Warum zeigt er sich uns nicht einfach allen? Er könnte doch?

Ja, das könnte er. Aber wenn er das täte, wären wir so beeindruckt von ihm, fast schon erschrocken, dass wir gar nicht anders könnten, als ihm all die Ehre zu geben, die ihm gebührt. Das bedeutet, ihn anzubeten, ihn anzuerkennen als das, was er ist: der Schöpfer von allem und unser Versorger, der alles so wunderbar für uns gemacht hat.

Ja, Gott hat alles für uns gemacht. Er versorgt uns, nicht die Natur. Das könnte man auf den ersten Blick meinen, aber wer hat die Natur gemacht? Und auch die Jahreszeiten, sodass alles so perfekt aufeinander abgestimmt ist und jedes Jahr wieder neu wachsen kann?

Gott hat sich ganz bewusst hinter der Natur versteckt. Denn wenn wir wüssten, dass alles ohne ihn gar nicht existieren würde, dann würden wir ihn nur aus Abhängigkeit lieben.

So wie Kinder ihre Eltern ein Stück weit einfach lieben müssen, weil sie ohne sie nicht existieren könnten. Aber wenn sie erwachsen und selbstständig sind, dann können sie erst frei wählen, ob sie ihre Eltern wirklich gernhaben möchten oder nicht.

Darum hat Gott all sein Wirken, mit dem er uns perfekt versorgt, hinter der Natur versteckt. Damit wir uns frei für ihn entscheiden können – ob wir ihn freiwillig lieben und anbeten möchten.

Indem wir unser Leben nach seinen Geboten gestalten, so leben, wie er es von uns möchte, zeigen wir, dass wir wissen, wer unser Schöpfer ist. Wir spiegeln dann sozusagen das Wesen unseres Meisters wider. Er erklärt uns in seiner heiligen Schrift, wie wir leben sollen, denn er möchte nur gütige und friedliebende Menschen auf seiner neuen, ewigen Erde haben.

Er sieht in dein Herz und erkennt, ob du es wirklich ernst meinst, ihn zu lieben, und ob du den Wunsch hast, mit ihm befreundet zu sein. Aber er möchte auch, dass du deine Liebe zu ihm zeigst – nicht nur theoretisch, sondern auch wirklich.

Dein Inneres und dein Äußeres sollen nicht im Widerspruch stehen.

Das bedeutet: Die Entscheidungen, die du in deinem Herzen triffst, und die Art, wie du dein Leben lebst, sollen im Einklang sein – auch mit seinen zehn Geboten.

Kennst du die zehn Gebote?

Ja, Mama, ich kenne die zehn Gebote.

Und findest du sie schwierig zu halten?

Nein, die meisten finde ich gar nicht schwierig. Aber das vierte Gebot finde ich nicht ganz einfach. Das halte ich vorwiegend, weil du, Mama, das von mir möchtest und weil es unsere Hausregeln sind.

Wenn Gott freiwillige Liebe möchte, warum zwingst du uns dann am Sabbat, auf so vieles zu verzichten? Zum Beispiel nicht zu gamen, nicht einkaufen zu gehen oder sich nicht mit Klassenkameraden zu treffen?

Weißt du, mein Junge, Gott hat dich mir anvertraut und dich in meine Obhut gegeben. Du gehörst nicht mir, sondern ihm. Und ich habe ihm versprochen, dass ich dich in allem unterrichten will, damit du Bescheid weißt, wie du dein Leben bewahren kannst.

Und selbstverständlich wünsche ich mir, dass du im neuen, ewigen Leben dabei bist und dass es dir gelingt, dieses Ziel zu erreichen.

Der Sabbat ist für Gott das wichtigste Zeichen der Nachfolge. Denn Gott selbst ruhte, nachdem er Himmel und Erde und alles in sechs Tagen erschaffen hatte. Und er möchte, dass auch wir am Sabbat ruhen. Wenn du ihn bewahrst, zeigst du Gott ganz persönlich, dass du zu ihm gehören möchtest.

Aber Mama, eine kleine Frage habe ich noch: Warum essen wir kein Schweinefleisch? Das ist doch gar nicht in den zehn Geboten.

Da hast du gut aufgepasst, mein Schatz. Ja, das erkläre ich dir gerne. Gott hat Mose noch viele zusätzliche Gebote gegeben – zu unserem Schutz. Damit wir nicht jede kleine oder große schlechte Erfahrung selbst machen müssen.

Manche dieser Zusatzgebote wurden ganz spezifisch formuliert, um auf Situationen zu reagieren, die damals aktuell waren. Andere sind aber auch heute noch gut für uns und unterstützen uns im Alltag, in kleinen Entscheidungen das Richtige zu tun. Alle Zusatzgebote haben ihren Ursprung in den zehn Geboten.

Beim Verzicht auf Schweinefleisch zum Beispiel üben wir, uns von Bräuchen anderer Kulturen abzugrenzen. Denn Gott hat bewusst zugelassen, dass es andere „Götter“ gibt – die nicht wirklich existieren –, also andere Religionen und Überzeugungen darüber, was anbetungswürdig sei.

Diese Alternativen hat er zugelassen, damit wir wirklich eine Wahl haben: ob wir ihn anbeten, ihm also alle Ehre geben wollen, die ihm gebührt, oder ob wir etwas anderes glauben wollen.

Indem du in kleinen Entscheidungen im Alltag übst, Nein zu sagen – zum Beispiel im Restaurant nicht das Schweinswürstchen zu bestellen, sondern eine gesunde Alternative zu wählen –, übst du, Gott treu zu sein. Du bringst damit zum Ausdruck, dass du andere Maßstäbe hast, nämlich dass du dich für Gottes Gebote und Empfehlungen interessierst.

Weil Abgrenzung und Treue Mut und Willenskraft brauchen, ist es gut, das schon im Kleinen zu üben. Dieses Zusatzgebot aus dem Buch Mose ist sozusagen eine Trainingsübung.

Es ist nicht immer leicht, den eigenen Überzeugungen treu zu bleiben, besonders wenn Freunde vielleicht anders leben als du. Aber es ist sehr wichtig, dass du das übst und nicht jeden Blödsinn mitmachst, auch wenn er am Anfang harmlos klingt.

Solange du noch nicht ganz erwachsen bist und bei Papa und mir lebst, gelten in unserer Familie Regeln, die uns auch von anderen Familien unterscheiden. Ich hoffe, dass dir vieles Sinnvolle zur guten Gewohnheit wird, dich schützt und dir später hilft, dein Leben gut zu gestalten, wenn du einmal ganz selbstständig entscheiden kannst.

„Danke, mein Junge. Heute habe ich durch deine Fragen wieder viel lernen dürfen.“

Schreiben Sie einen Kommentar