„Zwischen den zwei Abenden“: Gottes Zeitordnung, Passa und der Auszug im Bezug zu Yahushuas Lösungsplan
Einleitung
Bald ist es Frühling, und wir feiern das Passafest sowie die Woche der ungesäuerten Fladenbrote in Erinnerung an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei. Auch wir, die Jesus als Gottes Beweis seiner Liebe anerkennen, dürfen uns an diese Geschichte erinnern und darin die Parallelen zu Jesu Kreuzigung und Auferstehung erkennen. Die meisten von euch sind Christen und kennen die Feierlichkeiten des Passafestes nicht im Detail. Wir als Familie feiern dieses Fest jedoch schon seit Jahren und pflegen zudem eine enge Freundschaft mit Israelis, die uns viele Einblicke in die Bedeutung und die Details der verschiedenen Rituale eröffnet haben. In diesem Text gehe ich auf die zeitlichen Abläufe der Flucht der Israeliten ein und zeige zugleich die Parallelen zu Jesu Kreuzigung und Auferstehung auf. Ich wünsche viel Freude beim Lesen und beim Eintauchen in eine Befreiungsgeschichte, die Gottes Lösungsplan und seine Liebe zu seinen Kindern eindrücklich offenbart. Beim Lesen dieser Geschichte kann man sich bewusst fragen, mit welchen kleinen, einfachen Ritualen sich das Geschehen von damals heute sichtbar und greifbar machen lässt. Wir in unserer Familie befestigen in dieser Zeit eine rote Kordel mit kleinen Gebotstafeln an unserer Haustür. So erinnern wir uns an das Blut des Opferlammes an den Türpfosten und daran, dass Gottes Schutz und Erlösung nicht abstrakt, sondern ganz konkret in den Alltag hineinwirken. Solche Zeichen helfen, die Erinnerung wachzuhalten und die Geschichte der Befreiung bewusst in das eigene Leben zu holen.
📖 3. Mose (Levitikus) 23,5 „Am vierzehnten Tag des ersten Monats, zwischen den zwei Abenden, ist das Passa des HERRN.“
📖 2. Mose (Exodus) 12,6 „Und ihr sollt das Lamm aufbewahren bis zum vierzehnten Tage dieses Monats; und die ganze Gemeinde der Israeliten soll es schlachten zwischen den zwei Abenden.“
Der Ausdruck „zwischen den zwei Abenden“ bedeutet: Vom Mittag an, wenn die Sonne nicht mehr steigt, sondern beginnt zu sinken, bis zu ihrem Untergang. Dieser Zeitraum umfasst etwa sechs Stunden.
In dieser Zeit musste:
• das Passalamm geschlachtet werden
• das Blut aufgefangen und verteilt werden
• das Blut als Zeichen des Schutzes an die Haustüren gestrichen werden
• das Tier ausgenommen werden
• das Fleisch ganz und vollständig, am Stück, gebraten werden
• anschließend das Fleisch unter den Familien und Nachbarn aufgeteilt werden
• die Überreste, einschließlich der Knochen, vollständig verbrannt werden
Vor Sonnenuntergang zog man sich in die Häuser zurück und blieb dort, bis der Würgengel vorübergegangen war. Das Fleisch wurde mit bitteren Kräutern gegessen, denn das Passa musste im Haus, stehend, bereit zur Flucht und in Eile verzehrt werden. (vgl. 2. Mose 12,8–11; 12,22–23; 12,29)
Die letzte Plage und der Auszug
Die letzte Plage offenbarte, dass der Tod jede Familie traf, die das Opfer nicht korrekt ausführte, und dass die Plagen über Ägypten nicht enden würden, solange Israel nicht in die Wüste ziehen durfte, um Gott zu opfern. Darum gaben die Ägypter den Israeliten wertvolle Gegenstände und drängten sie zur Flucht. (vgl. 2. Mose 12,35–36) Um Mitternacht kam der Würgengel, und erst danach, aber noch in derselben Nacht, brachen die Israeliten auf. Es war Vollmond, der den Weg erhellte. Gott führte sie aus Goschen nach Sukkot, das nur etwa drei Stunden Fußweg entfernt lag. Noch vor dem Morgengrauen kamen sie dort an. Erschöpft durften sie am Sabbat, dem 15. Tag im ersten Monat, sich in Sukkot erst einmal ausruhen. Am frühen Morgen des ersten Wochentages reisten sie weiter in die Wüste der Halbinsel Sinai, um ihr Opfer der Erstlinge zu bringen – die Erstlingsfrucht, die sie aus Goschen mitbrachten. Dort erinnerte Mose sein Volk daran, dass im Frühling der Start des Jahres ist. Sie feierten und machten Feuer. Der Pharao und das ganze ägyptische Volk waren noch mit der Trauer um die Verstorbenen beschäftigt, denn es gab keine Familie, in der kein Toter war. Die Israeliten nutzten die Zeit und zogen weiter durch die Wüste Richtung Rotes Meer. In der Mitte der Woche schickte der Pharao die ersten Soldaten, die die Israeliten zur Umkehr überreden sollten. Doch diese ließen sich nicht freiwillig zur Umkehr bewegen. So drohten ihnen die Ägypter, dass sie das nächste Mal mit der gesamten Streitmacht auftauchen würden. Die Israeliten flohen weiter, und am 20. Tag des ersten Monats spitzte sich die Situation zu. Sie erreichten das Ufer des Roten Meeres, und ihre Verfolger waren ihnen nun dicht auf den Fersen. Am Abend stellte sich Gottes Feuersäule hinter das Volk und schützte die Israeliten, sodass sie in der Nacht das Rote Meer durchqueren konnten.
📖 Exodus 14,21–22 „Da streckte Mose seine Hand aus über das Meer, und der HERR trieb das Meer durch einen starken Ostwind die ganze Nacht zurück und machte es zu trockenem Land; und die Israeliten gingen mitten durchs Meer auf dem trockenen Boden, und die Wasser standen ihnen zur Rechten und zur Linken wie eine Mauer.“
📖 Exodus 14,27-28„Mose streckte seine Hand aus über das Meer; und als der Morgen dämmerte, kehrte das Meer in seinen normalen Lauf zurück. Die Ägypter flohen darauf zu, und der HERR schleuderte sie mitten ins Meer. Die Wasser kamen wieder und bedeckten das ganze Heer des Pharao.
Genau bei Tagesanbruch kehrte das Meer in seinen normalen Lauf zurück und bedeckte die ägyptischen Verfolger. Die Israeliten standen nun fassungslos am Ufer und blickten auf eine Woche der Befreiung zurück. Miriam stimmte ein Lied an, tanzte vor Freude und sang das Lied des Mose. Sie machten ein Feuer und opferten Gott zum Dank, stärkten sich mit frischen Fladenbroten am Feuer und feierten. Dies ist der 21. Tag im ersten Monat, ein Rüsttag – der große Abschlusstag des Wochenfestes im Frühling, an dem Gott die Befreiung seines Volkes vollendet hatte. Nun standen sie nicht mehr auf ägyptischem Boden, und ihre Feinde waren durch Gottes Hand umgekommen.
📖 2. Mose 14,30 „So rettete der HERR an jenem Tage Israel aus der Hand der Ägypter. Und Israel sah die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen.“
Am Ende der Woche, am Rüsttagmorgen, war die Befreiung vollendet.
Sie durchquerten das Rote Meer in der Nacht vor dem Rüsttag bis zum Tagesanbruch.
Bei Tagesanbruch beginnt der neue Tag, und die Ägypter starben an diesem Morgen.
Erinnerung und Bedeutung
Auch heute noch sollen wir das Passafest feiern, eine Woche ungesäuertes Fladenbrot essen und uns an diese Geschichte erinnern.
📖 2. Mose (Exodus) 12,14 „Und dieser Tag soll euch ein Gedenktag sein, und ihr sollt ihn feiern als ein Fest dem HERRN, ihr und alle eure Generationen; als eine ewige Ordnung sollt ihr ihn feiern.“
Gott befreite sein Volk im Frühlingsfest, hielt auch auf dieser Flucht die Ruhesabbate ein und zeigte ihnen die Festwoche deutlich an. Denn dieses Fest gibt es nicht erst seit der Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft. Die vier Festwochen, jeweils in ihren Jahreszeiten, sind seit Anbeginn festgemacht und wurden zum Opfern der Erstlinge als Ausdruck der Dankbarkeit und Anbetung genutzt. Auch der Ruhesabbat wurde bereits Adam beigebracht, und Gott selbst ruhte an ihm nach der Erschaffung von Himmel und Erde. Gott(Yahushua) ist immer derselbe geblieben, und was ihm damals wichtig war, ist ihm heute noch wichtig. Der Sabbat der Ruhe ist das Zeichen unserer Zugehörigkeit zu ihm. Wenn wir ihn halten, zeigen wir, dass wir ihn erkannt haben und seine Werte respektieren.
📖 Hesekiel 20,20 „Und heiligt meine Sabbate, damit sie ein Zeichen seien zwischen mir und euch, damit man erkennt, dass ich der HERR, euer Gott, bin.“
Dass Gott nicht möchte, dass wir am Sabbat der Ruhe fliehen müssen, finden wir auch von ihm selbst bestätigt.
📖 Matthäus 24,20 „Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter geschehe noch am Sabbat.“
Gottes präzise Zeitordnung – und der Messias
Gott misst der Zeit große Bedeutung bei. Zeitpunkte und Fristen sind Teil seines Handelns.
Vieles weist darauf hin, dass die Zeitordnung des Passafestes prophetisch auf das Opfer von Jesus Christus hinweist:
• Jesus hing von der sechsten bis zur neunten Stunde am Kreuz (ca. 12–15 Uhr)
• Er starb zur neunten Stunde, um etwa 15 Uhr
• Gegen Abend wurde er ins Grab gelegt
Er verblieb 36 Stunden im Totenreich und stand am Ende des Sabbats, in der letzten Nachtwache, auf. Am ersten Tag der Woche, dem großen Festtag der Erstlingsfrüchte,
erschienen mit ihm auferstandene Heilige und bezeugten die Macht Gottes.
Die Geduld Gottes
Nach seiner Auferstehung zeigte sich Jesus:
• den Frauen am Grab
• den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus
• am Abend desselben Tages den Jüngern (ohne Thomas)
Thomas war am 21., dem letzten Festtag, wieder dabei. Jesus nahm sich besonders Zeit für ihn. Das macht deutlich: Gott setzt Fristen und bestimmte Zeitpunkte – doch er wartet auch auf die Späten. Er verliert keinen aus dem Blick.
Die Parallele zum Auszug
Manche erkannten schon in der Passanacht, dass der Zeitpunkt zur Befreiung gekommen war. Andere begriffen es erst am 21. Tag, als sie die Leichen der Feinde am Ufer des Meeres sahen. So ist es auch bei uns: Manche erkennen den Befreiungsplan Gottes
bereits bei der Erinnerung an die Kreuzigung. Andere erkennen ihn erst am Ende der Festwoche, wenn alle Ereignisse des Alten und des Neuen Testaments sich vollkommen zusammenfügen.
Im Feiern des Frühlingsfestes mit allen Aspekten kannst du geistliche Phasen durchlaufen:
Trauer – Rückzug – Flucht – Kampf – Durchhalten – Sieg – und Freudentränen.
So kommt der Befreiungsplan vollkommen in deinem Verständnis an.
Die Auferstehung von Jesus Christus wurde nicht im Bruch des Gebotes offenbart,
sondern im Gehorsam gegenüber Gottes zeitlichen Ordnungen. Selbst angesichts der Kreuzigung respektierten die engsten Jünger und Jüngerinnen den Ruhesabbat.
Beeindruckend ist, dass die Frauen nicht einmal am Sabbat, dem Ruhetag, das Grab aufsuchten, um zu trauern. Nicht einmal in ihrer tiefen Liebe und in ihrem Schmerz
brachen sie das Gebot. Sie hielten den Sabbat in bewusstem Gehorsam ein.
Erst am frühen Morgen des ersten Wochentages – dem für sie frühestmöglichen Zeitpunkt, das Haus zu verlassen – machten sie sich auf den Weg zum Grab Jesu.
Denn am Sabbat ruhten sie nach dem Gebot.
📖 „Und sie kehrten zurück und bereiteten wohlriechende Öle und Salben; am Sabbat aber ruhten sie nach dem Gebot.“ Evangelium nach Lukas 23,56
Auch Johannes und Petrus kamen erst am ersten Wochentag zum Grab.
Das Evangelium nach Johannes 20,1–4 bezeugt, dass selbst die führenden Jünger
den Sabbat nicht übertraten, sondern erst nach seinem Ende zum Grab eilten.
So wurde auch die Auferstehung nicht im Bruch des Gebotes offenbart –
ebenso wenig wie die Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens –,
sondern innerhalb der von Gott gesetzten zeitlichen Ordnung des Ruhesabbats.
